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30.03.2026

PaarBalance+: Lernen, sich in der Beziehung (wieder) zu sehen

Paare stärken – ein zentraler Auftrag christlicher Pastoral

Diesen stützt ein neues Angebot im Erzbistum Paderborn: „Paar-Balance+“.
Der erste Online-Kursabend startet am 13. April.

„Wir finden es ganz wichtig, dass Kirche hier Paare unterstützt“, betonen Julia Makhardt, Fachreferentin für Paar-, Ehe- und Familienpastoral , und Marlene Brüggenolte, Sozialarbeiterin und Mediatorin. Beide sind überzeugt vom neuen Angebot, das sie begleiten: „Wir hoffen, dass es gut angenommen wird und wir mehrere Kurse im Jahr machen können.“

Die Anmeldung ist gestartet. Der erste Kurs startet am 13. April, der zweite am 15. Juni und der dritte am 31. August 2026.

Anmeldung Kurs 1 – ab 13. April 2026

Anmeldung Kurs 2 – ab 15. Juni 2026

Anmeldung Kurs 3 – ab 31. August 2026

Ein Angebot für Paare oder Einzelpersonen in Beziehung

Das Angebot richtet sich bewusst an alle Paare. Unabhängig von Geschlecht oder Lebensform. Auch Einzelpersonen in einer Beziehung können teilnehmen.

Wer kirchlich geheiratet hat, habe seine Beziehung auf ein besonderes Fundament gestellt, betonen die beiden Beraterinnen. Gerade diese Paare zu stärken, sei ein wichtiges Anliegen kirchlicher Arbeit. Teilnehmende können auch persönliche Elemente wie Trau-Sprüche oder Lieblingslieder einbringen. „Darüber können wir gut ins Gespräch kommen.“

Hilfreich sei es oft, sich bewusst zu erinnern: „So sind wir als Paar angetreten.“ Denn im Alltag entstehen neue Herausforderungen, etwa durch Familie oder Beruf. „Es empfiehlt sich, immer mal wieder drauf gucken, wie geht es uns eigentlich damit? Eine Beziehung zu führen, ist nicht immer nur einfach und erfordert auch eine Menge Arbeit“, unterstreicht Marlene Brüggenolte.

Wissenschaftlich fundiertes Programm

„Unser Bistum hat sich entschieden, bei dem Projekt mitzumachen und explizit christlich zu handeln, indem es Menschen hilft, sich in der Paarbeziehung gestützt und gestärkt zu fühlen.“

Das PaarBalance-Konzept wurde von den Paartherapeuten Prof. Dr. Ludwig Schindler und Dr. Judith Gastner entwickelt und ist wissenschaftlich fundiert. Seit 2016 unterstützt es Paare dabei, innige und respektvolle Beziehungen zu führen. Das PaarBalance-Tool wird zudem kontinuierlich aktualisiert und erweitert. Das Besondere an „PaarBalance+“: Das Programm wird durch das Erzbistum vergünstigt angeboten. Teilnehmende zahlen 50 Euro und werden durch erfahrene Beraterinnen begleitet.

Impulse für den Beziehungsalltag

„Neuen Schwung für die Beziehung“ verspricht das Seminar. An drei Online-Abenden begleiten die Beraterinnen die Teilnehmenden persönlich.

Das Programm umfasst 18 interaktive Online-Einheiten, die Paare im eigenen Tempo bearbeiten können. Themen sind unter anderem Eifersucht, Sexualität oder Kommunikation. Ziel ist es, ins Gespräch zu kommen und die eigene Beziehung bewusst zu reflektieren: „Zumindest schon mal für sich selbst in die Arbeit und die Reflektion zu kommen.“ Denn: Gesprächsfähigkeit ist entscheidend für gelingende Beziehungen.
„Es ist Selbsthilfe, die Paare erfahren können, und sie schaffen es dann im Idealfall, ihre Beziehung zu beleben, in kritischer Situation erste Probleme zu bewältigen.“

Das Angebot kann auch eine Brücke sein, etwa bis zu einer weiterführenden Paarberatung.

Niederschwellig und alltagstauglich

Für 125 Personen ist das Budget des Erzbistums im ersten Jahr angesetzt, so dass mehrere Kurse mit maximal 20 bis 25 Teilnehmenden möglich sind. „Ja, auch Einzelpersonen können sich anmelden. Wenn einer sagt, es muss sich was verändern, dann ist erwiesen, auch das bewegt was.“ Wichtige Voraussetzung: „Es muss ein Grundwohlwollen da sein, das Angebot ist eher nicht für hoch strittige Paare geeignet. Ich brauche ein Interesse als Paar, etwas verändern zu wollen.“ Das Konzept der Kursbegleitung durch die beiden Sozialarbeiterinnen soll bei konkreten Fragen Unterstützung bieten.

Kleine Übungen mit großer Wirkung

Die Übungen sind bewusst einfach gehalten. Zum Beispiel: „Ich sehe mal wieder genau hin, was mir an meinem Partner, meiner Partnerin gefällt und das sage ich dann auch, lobe es.“ Dahinter steckt ein zentrales Bedürfnis: gesehen und wertgeschätzt zu werden.
„Es ist so wichtig, hinzugucken, dass man das, was man gesehen hat, auch ins Wort bringt. Das ist prinzipiell nicht so schwer, es geht unter im Alltag.“ Oder: „Lassen Sie die erste Woche das Meckern weg, machen sie alles Gute, loben Sie!“ Denn: Kritik verstärkt oft negative Dynamiken.
„Verändern Sie gerne den Fokus, jeder wird gerne gelobt und gesehen!“

Vergebung – ein ganz wichtiger Punkt

Geht es auch um Vergebung? „Ja, das ist im Punkt Treue mit drin. Es kann Untreue durch eine Außenbeziehung, aber auch durch Lügen oder das Verschweigen etwa finanzieller Probleme geben. Im Kursprogramm sind Anregungen enthalten, die ganz konkret auch das Thema Vergebung bearbeiten. Dann kommt es darauf an zu verstehen, wieso hat es dazu geführt. Und vielleicht auch, wann? Wo steht das Paar gerade, und welche äußeren Umstände gibt es?“ Es kann auch in einer guten Beziehung passieren, dass sich jemand verguckt, betonen die beiden. Partner müssen dann lernen, ihren eigenen Anteil an dem, was passiert ist, zu sehen und sich dann zu vergeben, einander und sich selbst. Für eine gute Beziehung lohnt es sich zu kämpfen.

Entscheidung für den Partner ist jederzeit neu möglich

„Jedes Paar, das heiratet, geht davon aus, es bleibt zusammen“, berichten die beiden aus vielen Gesprächen, die sie geführt haben. Doch gehe manchmal das „Wir“ verloren. „Eine Paarbeziehung sind immer zwei Individuen. Im Grund ist jeder ganz viel Eigenes, aber man kann da auch wieder zusammenkommen. Auch in einer guten Beziehung gibt es Krisen. Beziehung ist immer Arbeit und immer eine Entscheidung.  Jeden Tag kann ich die Entscheidung treffen: Ich will mit Dir gut sein.“ Eine Entscheidung für den Partner und gegen das Andere im Außen – was auch immer es ist.

Mehr Kommunikation, Achtsamkeit, Reflektion, Leichtigkeit, Freude – all das stecke im Seminar-Angebot, sagen beide. Und ganz wichtig: auf leichte Art und Weise und nicht mit erhobenem Zeigefinger. Julia Markhardt und Marlene Brüggenolte betonen: „Nehmt Euch die Zeit, es lohnt sich. Es ist leicht, niederschwellig, im eigenen Rhythmus und es ist erwiesen, es bringt was!“