Ein verlässlicher Ort der Gemeinschaft
Kirchenstatistik 2025 liegt vor: rund 1,25 Millionen Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Paderborn
Paderborn (pdp). Durch die Veröffentlichung der Kirchenstatistik für das Jahr 2025 wird erneut sichtbar, wie stark sich das kirchliche Leben im Erzbistum Paderborn verändert. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 gehörten 1.251.721 Katholikinnen und Katholiken zur Kirche im Erzbistum. Im Jahresverlauf erklärten 17.585 Menschen ihren Austritt, während 6.411 Kinder und Erwachsene durch die Taufe in die Kirche aufgenommen wurden. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2024 lebten noch 1.292.435 Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Paderborn. 17.184 Frauen und Männer traten aus der Kirche aus, 6.712 Kinder und Erwachsene wurden durch das Taufsakrament aufgenommen. Die Generalvikare Thomas Dornseifer und Dr. Michael Bredeck fassen zusammen: „Diese Zahlen verdeutlichen, vor welchen Herausforderungen wir weiterhin stehen – auch angesichts der aktuell veröffentlichten unabhängigen Studie zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum und zum laufenden Transformationsprozess unter dem Leitwort ‚Glauben.Gemeinsam.Gestalten‘.“ Dennoch bleibe das kirchliche Leben im Erzbistum von vielen Menschen geprägt, die ihren Glauben nach wie vor aktiv in Gemeinden, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen lebten. „Unter ihnen besteht ein großer Gestaltungswille, miteinander Kirche zu sein“, zeigen sich die Generalvikare überzeugt.
Die Kirche im Erzbistum Paderborn befindet sich in einem Prozess der Veränderung, der eine Neuausrichtung in Pastoral und Verwaltung, wie sie im Bistumstransformationsprozess gestaltet wird, unabdingbar macht. Der Rückgang an Mitgliedern der Kirchengemeinschaft im Erzbistum sei schmerzlich, betonen die Generalvikare Thomas Dornseifer und Dr. Michael Bredeck: „Kirchenaustritte berühren die Kirche nicht nur statistisch, als reine Zahlen, sondern auch menschlich: Jede Entscheidung zum Austritt bedeutet, dass eine Verbindung endet, die oft über viele Jahre gewachsen ist.“ Für das Erzbistum Paderborn bleibe es deshalb eine zentrale Aufgabe, Vertrauen zu stärken, Verantwortung wahrzunehmen und neue Wege für das kirchliche Leben zu eröffnen. „Die Entscheidung zum Austritt fällt selten leichtfertig“, ist sich Generalvikar Dr. Michael Bredeck sicher. „Häufig steht sie am Ende eines längeren inneren Prozesses.“ Mitbegründet seien solche „Ablösungsprozesse“ noch immer im früheren Umgang der katholischen Kirche mit sexualisierter Gewalt. Das Erzbistum Paderborn setzt daher bereits seit Jahren auf eine transparente, lückenlose Aufarbeitung. „Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn umfasst die unabhängige wissenschaftliche Erforschung, vor allem sichtbar in Form der jetzt veröffentlichen kirchenhistorischen Studie der Universität Paderborn, die Arbeit der unabhängigen Betroffenenvertretung sowie interne Maßnahmen in den Bereichen Prävention und Intervention. Ein sichtbares und bleibendes Zeichen des Erinnerns und der Mahnung ist das interaktive Mahnmal für die Betroffenen sexualisierter Gewalt, das seit dem 2. März dieses Jahres in der Brigidenkapelle des Paderborner Doms zugänglich ist“, berichtete Generalvikar Dr. Bredeck.
Ein weiterer bedeutsamer Grund für Austritte aus der katholischen Kirche sei, dass viele Menschen ihr Leben inzwischen sehr individuell gestalteten. „Unsere Gesellschaft bietet heute eine große Vielfalt an Möglichkeiten, eine Identität zu finden und gestalterisch zu leben. Eine religiöse Bindung wird nicht mehr automatisch als Teil des eigenen Lebens interpretiert und die Kirche als verbindende Gemeinschaft rückt in den Hintergrund“, erklärt Generalvikar Thomas Dornseifer. „Unsere Aufgabe als Kirche ist es, Räume zu eröffnen, in denen Menschen über die großen Fragen des Lebens nachdenken können – über Sinn, Hoffnung, Verantwortung und darüber, was uns als Menschen verbindet“, erinnerte Generalvikar Dornseifer. Kirche sei ein verlässlicher Ort, an dem Menschen über Generationen hinweg Gemeinschaft erfahren können. Der christliche Glaube sei dabei das Fundament der Beziehung – zu Gott und den Mitmenschen, vertiefte der Generalvikar.
Infokasten Kirchenstatistik 2025:
Am Stichtag 31. Dezember 2025 zählte das Erzbistum Paderborn 1.251.721 Katholikinnen und Katholiken. Im Vorjahr, 2024, waren es 1.292.435 Personen und damit noch 40.714 Mitglieder mehr. 17.585 Menschen sind im Erzbistum Paderborn 2025 aus der katholischen Kirche ausgetreten, 2024 waren es 17.184 Personen. Der prozentuale Anteil der Austritte an der Gesamtzahl der Mitglieder ist mit 1,4 Prozent damit leicht höher als im Vorjahr (1,33 Prozent). 6.411 Kinder und Erwachsene sind durch die Taufe in die Kirche aufgenommen worden, im Jahr 2024 waren es 6.712. Wie schon im Vorjahr ist der prozentuale Anteil der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, gemessen an der Gesamtzahl der Katholikinnen und Katholiken, im Erzbistum leicht angestiegen – von 5,2 Prozent im Jahr 2024 auf 5,4 Prozent im Jahr 2025. Einen zahlenmäßigen Rückgang verzeichnete das Erzbistum Paderborn 2025 bei der Erstkommunion, bei den Trauungen und Bestattungen: Während 2024 insgesamt 6.886 Menschen im Erzbistum Paderborn das Firmsakrament empfingen, lag der Wert 2025 bei 4.857 Gefirmten. Die Zahl der Wiederaufnahmen in die katholische Kirche ist im Erzbistum Paderborn dagegen angestiegen – von 154 im Jahr 2024 auf 217 im Jahr 2025. Das Erzbistum Paderborn hat überdies 2025 insgesamt 140 Übertritte verzeichnet. Im Vorjahr waren es 111 Übertritte.
Kirchliche Statistik für das Erzbistum Paderborn 2025
(Stand 31. Dezember 2025)
Kirchenmitglieder
2024 – 1.292.435
2025 – 1.251.721
Kirchenaustritte
2024 – 17.184 – 1,33 Prozent
2025 – 17.585 – 1,4 Prozent
Taufen
2024 – 6.712
2025 – 6.411
Wiedereingliederungen
2024 – 154
2025 – 217
Übertritte
2024 – 111
2025 – 140
Erstkommunion
2024 – 9.349
2025 – 9.304
Trauungen
2024 – 1.269
2025 – 1.171
Firmungen
2024 – 6.886
2025 – 4.857
Gottesdienstbesucher/-innen
2024 – 67.769 – 5,2 Prozent
2025 – 67.336 – 5,4 Prozent
Bestattungen
2024 – 14.714
2025 – 13.861
Priester
Gesamt:
2024 – 715
2025 – 705
davon im aktiven Dienst :
2024 – 451
2025 – 442
davon im Ruhestand:
2024 – 260
2025 – 257
Ständige Diakone
Gesamt:
2024 – 176
2025 – 171
davon im aktiven Dienst
2024 – 122 – davon 8 hauptberuflich
2025 – 112 – davon 7 hauptberuflich
davon im Ruhestand
2024 – 45
2025 – 46
Priesterweihen:
2024 – 3
2025 – 1
Diakonenweihen (Ständige Diakone)
2024 – 6
2025 – 0
Gemeindereferentinnen und -referenten im aktiven Dienst (inklusive Gemeindeassistentinnen und -assistenten)
2024 – 257
2025 – 242
Pastoralreferentinnen und -referenten im aktiven Dienst (inklusive Pastoralassistentinnen und -assistenten)
2024 – 21
2025 – 28