Hoffnung ist Aufbruch
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert Pontifikalamt zum Abschluss des Heiligen Jahres im Paderborner Dom und spendet Päpstlichen Segen.
Paderborn (pdp). Vor rund einem Jahr, am 24. Dezember 2024 eröffnete Papst Franziskus weltweit das Heilige Jahr. Fünf Tage später, am 29. Dezember 2024, machten sich auch die Gläubigen im Erzbistum Paderborn gemeinsam auf den Weg. Das Jubeljahr, das in der katholischen Kirche alle 25 Jahre gefeiert wird, stand in diesem Jahr unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“. „Hoffnung bedeutet, aufzustehen und loszugehen“, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz jetzt in seiner Predigt zum Abschluss des Heiligen Jahres 2025. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen blickte er zurück auf das Heilige Jahr im Erzbistum Paderborn und regte an, die gewonnene Hoffnung als Antrieb für die Zukunft zu nutzen.
Mit dem Öffnen der Heiligen Pforte am Petersdom in Rom setzte Papst Franziskus ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs. Gut ein Jahr später wurden die vier Heiligen Pforten der Basiliken in Rom wieder geschlossen. Am 6. Januar 2026 hat Papst Franziskus Nachfolger, Papst Leo XIV, die Heilige Pforte des Petersdoms geschlossen und das Jubeljahr 2025 beendet. Mehr als 32 Millionen Menschen waren im Heiligen Jahr nach Rom gepilgert, um das Jahr der Hoffnung zu zelebrieren.
Orte der Hoffnung
Auch im Erzbistum Paderborn haben sich die Gläubigen gemeinsam auf den Weg gemacht, um Hoffnung zu leben. Zwölf Hoffnungsorte, die jeweils im Zeichen eines bestimmten Themas und einer gesellschaftlichen Gruppe standen, versammelten die vielen Gläubigen im Paderborner Erzbistum Monat für Monat. So war der Februar Migranten und geflüchteten Menschen gewidmet. Im Bernhard-März-Haus in Dortmund schafften sie gemeinsam Kunst. Im April rückte der Fokus nach Soest, wo die katholische Kita St. Bruno und die LWL-Förderschule vielen Kindern mit Sehbehinderung Hoffnung schenkt. Im Juli blickten die Pilger der Hoffnung im Paderborner Erzbistum nach Werl, wo Daniela Bröckl und ihre Kolleginnen und Kollegen Hoffnung in der Gefängnisseelsorge verbreiten. Sterbenden und Trauernden Hoffnung zu geben, ist das Herzensanliegen von Seelsorgerin Irmtrud von Plettenberg. Gemeinsam mit anderen Trauerbegleiterinnen und -begleitern wirkt sie in Siegen und Olpe – die Hoffnungsorte im November. Über die gemeinsame Bustour der Hoffnung, die Irmtrud von Plettenberg mitorganisierte, sagte sie: „Es war unser Anliegen, etwas gemeinsam zu unternehmen. Aus der Tour, aber gerade auch aus dem christlichen Glauben, ist eine Gemeinschaft und damit Hoffnung gewachsen.“
Zeichen der Hoffnung
Die zwölf Orte im Paderborner Erzbistum, an denen im Heiligen Jahr Hoffnung gewachsen war, fanden sich auch in den Abschlussfeierlichkeiten wieder; in Form von Fürbitten für die vielfältigen Menschen, die das Erzbistum Paderborn ausmachen und Berichten darüber, was an den Hoffnungsorten gemeinsam geschaffen wurde. Jeder Hoffnungsort wurde zudem durch ein individuelles Symbol repräsentiert, das auf den Stufen zum Altarraum niedergelegt wurde, darunter:
– der Zweig der Libanonzeder aus Hardehausen.
– das Bild der Hände aus dem Internationalen Frauentreff
– die Kerze aus dem Vincenz-Krankenhaus
– das Marienbild aus Verne
– der Pilgerstab vom Kohlhagen
– Flyer und Hände aus Brilon und dem Haus Pauline
– die Beachflag aus Bielefeld
– die bemalten Gedenksteine und der Hoffnungsteppich aus Siegen und Paderborn:
– und die Muschel für die vielen weiteren Hoffnungsorte
„Da stand Josef auf“
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz erinnerte im Pontifikalamt zum Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung auch an das Fest der Heiligen Familie, die Jesus, Maria und Josef umfasst. Das Evangelium male kein Weihnachtsidyll. Es sei eine Fluchtgeschichte – eine Geschichte von Angst und Verantwortung. „Josef träumt, Gott spricht und Josef steht auf“, fasste Erzbischof Dr. Bentz zusammen. Eben das sei auch mit Hoffnung gemeint: aufzustehen und loszugehen, erinnerte der Erzbischof: „Das war für mich ein entscheidender Hoffnungsgedanke durch das ganze Jahr hindurch: Hoffnung haben bedeutet Kraft schöpfen, um aufzustehen und zu handeln.“ An diese Kraft, zu handeln seien auch die zwölf Hoffnungsorte im Erzbistum angelegt gewesen. „Wir wissen nicht, welche Hoffnungskraft konkret bei den Menschen durch unsere Orte und Feiern freigesetzt wurde. Aber ich bin mir sicher, unsere Mühen in diesem Heiligen Jahr war nicht umsonst“, sagte der Erzbischof und sprach allen Beteiligten seinen Dank für ihr vielfältiges Engagement aus.
„Eine Gemeinschaft, die Hoffnung gibt“
Dass die Menschen im Erzbistum ein starkes Bedürfnis verspürten, sich im Jahr der Hoffnung mit ihren Sehnsüchten, Nöten, aber auch ihrem Dank an Gott zu wenden, beweise das Fürbittenbuch, das im Hasenkamp ausgelegt und inzwischen bis auf die letzte Seite gefüllt sei. „1.500 Einträge gab es im Hoffnungsjahr. Diese Anliegen waren nicht ‚Deko‘. Ich habe sie in diesen Monaten immer wieder in mein persönliches Gebet genommen, in heilige Messen, in die stille Fürbitte. Weil unsere Kirche genau das sein soll: eine Gemeinschaft die Lasten mitträgt und Hoffnung gibt“, verdeutlichte Erzbischof Dr. Bentz.
„Gott führt in die Zukunft“
Für ihn sei der Abschluss des Heiligen Jahres kein Schlusspunkt. Anlässlich der Schließung der ersten Heiligen Pforte in Santa Maria Maggiore habe Kardinal Makrickas erklärt: „Nicht die göttliche Gnade schließt sich, sondern eine besondere Zeit für die Kirche. Was aber für immer offenbleibt, ist das Herz des barmherzigen Gottes“, und weiter: „Heute haben wir die Heilige Pforte geschlossen gesehen, doch die Tür, die wirklich zählt, bleibt die Tür unseres Herzens“, zitierte Erzbischof Dr. Bentz den Kurienkardinal. Der Erzbischof betonte, er selbst frage sich nicht, „Was war 2025?“, sondern: „Was wird aus uns, weil wir 2025 gemeinsam gegangen sind?“ Das Heilige Jahr sei ein Aufruf zu geistlicher Erneuerung gewesen. „Gott wirkt in der Gegenwart. Gott führt in die Zukunft“, betonte Erzbischof Dr. Bentz mit Blick auf das Hoffnungskreuz, das anlässlich des Heiligen Jahres in den Paderborner Dom getragen wurde, und appellierte weiter: „Gehen wir voran – dankbar, für das, was möglich war und erwartungsvoll auf das schauend, was möglich sein wird.“ Der Kompass auf diesem Weg, sei ein Gott, „der sich nicht zu schade ist, auf dem Pilgerweg seines Volkes mit unterwegs zu sein und der durch den Tod hindurch Hoffnung auf ewiges Leben gibt. Das ist der eigentliche Grund unserer Hoffnung“, so Dr. Bentz abschließend.
Am Ende des feierlichen Gottesdienstes zum Abschluss des Heiligen Jahres 2025 spendete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Gläubigen im Paderborner Dom den Päpstlichen Segen.
Weiterführender Inhalt:
Zum Abschluss des Heiligen Jahres, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht, findet im LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg ein Rap-Projekt statt. Dabei können die Patienten ihre Gedanken und Gefühle in Songtexte umwandeln. Bereits im März 2025 war die LWL-Klinik ein Hoffnungsort für Kranke und Pflegende.
Die Idee zum Rap-Projekt stammt von Seelsorger Björn Kölber. Unter der Leitung von Rapper Philta West entsteht innerhalb einer Woche ein fertiger Rap-Song. Gemeinsam nehmen die Teilnehmer den Track in einem mobilen Tonstudio hinter den Forensik-Mauern auf.
Das Projekt wird durch das Erzbistum Paderborn, die Seelsorge vor Ort, das LWL-Therapiezentrum und den Förderverein des LWL-TZFP Marsberg unterstützt.
Hier geht’s zum zugehörigen YouTube-Video.