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Weihbischof Josef Holtkotte feierte das Pontifikalamt mit dem Landvolk im Hohen Dom, hier beim Einzug. © Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn
28.07.2026

„Mit Gottes Augen schauen wir in unsere Welt“

Weihbischof Josef Holtkotte ermutigt beim Libori-Pontifikalamt mit dem Landvolk zu verantwortungsvollem Christ-Sein

Paderborn (pdp) „An der Seite Jesu sind wir ‚mittendrin‘, denn Jesus steht für Wahrheit, Gottesliebe und Nächstenliebe, für die Verbindung von Glaube und Leben“, unterstrich Weihbischof Josef Holtkotte im Pontifikalamt mit dem Landvolk am Libori-Dienstag. Die Zusage Jesu sei „hineinzusprechen in eine oft ratlose und rastlose Zeit, in der unsere Welt immer mehr aus den Fugen gerät und in der immer mehr der Ausgleich verloren geht“. Zum feierlichen Gottesdienst im Paderborner Dom waren zahlreiche Gläubige aus den ländlichen Regionen des Erzbistums gekommen, ebenso wie Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten.

„‘Mittendrin‘ sind wir heute zu Libori, aber hoffentlich auch darüber hinaus“, begrüßte Weihbischof Josef Holtkotte die zahlreichen Gläubigen im Paderborn, von denen auch einige den Gottesdienst stehend und auf mitgebrachten Sitzgelegenheiten mitfeierten. Von Liborius gehe „Leben, Verbundenheit und Verbindlichkeit“ aus, so der Paderborner Weihbischof einleitend.

Das Libori-Leitwort „Mittendrin“ bedeute, in Welt, Gesellschaft und Kirche „gestaltend und mitmachend“ zu wirken, betonte Weihbischof Holtkotte in seiner kraftvollen und engagierten Predigt. „Mittendrin“ beschreibe eine Haltung des Glaubens, mit der „wir aus einer Grundüberzeugung handeln und Werte leben – ‚mittendrin‘ in einer Gesellschaft und einer Kirche, die sich im Umbruch befinden“.

Lebens- und Glaubenszeugnis gefragt

Kirche müsse ein „glaubhafter Ort“ sein, „an dem Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus finden und Gottes heilende Kraft in den Sakramenten, in der Verkündung und in der Gemeinschaft erfahren“, erklärte der Paderborner Weihbischof weiter. Alle Getauften seien als Kirche pilgernd unterwegs, „mit unseren Herausforderungen, in Beruf, Arbeit, Familie, in Manchem, was uns schwerfällt, was auch daneben geht“.

Die Nachfolge Jesu müsse nicht neu erfunden werden, so Weihbischof Josef Holtkotte weiter: Das Lebenszeugnis einer jeden Christin und eines jeden Christen sei in Zeiten verschiedener Umbruchskontexte gefragt: geistlich mit der Frage, wie Glaube an Gott heute gelingen könne; organisatorisch mit der Frage, wie Christsein in neuen Strukturen möglich sei; und gesellschaftlich mit der Frage, wozu Kirche noch da sei.

Christliche Verantwortung übernehmen

„Wenn wir Jesus Christus in die Mitte stellen, dann erkennen wir, dass Gott zu jeder Zeit der Geschichte den Menschen nah ist, dass unser Suchen und Fragen Auswirkungen hat in unserer Zeit, in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft“, zeigte sich Weihbischof Holtkotte überzeugt. „Mittendrin“ heiße auch, „die richtigen Akzente zu setzen und Verantwortung zu übernehmen“. Dafür würden insbesondere auch Vertreterinnen und Vertreter des Landvolks stehen, „weil sie ein Wertefundament haben und einen christlichen Kompass“, machte Weihbischof Holtkotte deutlich.

„Wir brauchen Kraft durch Gott. Dafür muss Kirche stehen. Wir dürfen gehen und Gott geht mit uns. Mit seinen Augen schauen wir in unsere Welt. Wenn von Gott her unser Gewissen und unser Menschenbild geprägt sind, führt es dazu, andere erst zu nehmen und jedem Menschen seine Würde zu lassen“, veranschaulichte Weihbischof Holtkotte.

Das Leben in dieser Welt kann sich verändern

Als Glaubende erfahre man, wie sich das Leben in der Welt verändere, „wenn ich mit der Kraft Jesu auf dem Weg zu den Menschen bin, wenn meine Entscheidungen von seiner Barmherzigkeit und Gerechtigkeit geleitet werden, wenn seine Liebe zu den Menschen die Menschenwürde aller bekräftigt und stärkt“, fasste Weihbischof Josef Holtkotte zum Abschluss seiner Predigt zusammen, die die Gläubigen mit Applaus bedachten.

Das Team und der Freundeskreis der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen hatten den Gottesdienst vorbereitet. Musikalisch waren Domorganist Tobias Aehlig und der Musikverein Ossendorf und der Leitung von Daniel Uhe zu hören.

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